Niiws us um Hüüs, Mitteilung 20

Es ist schön zu sehen, wenn unsere Weine Anerkennung finden und ausgezeichnet werden. Der Forestier ist aktuell eine ausgezeichnete Weinpersönlichkeit unseres Hauses.

Ein guter Moment sich mit diesem Rebberg auseinanderzusetzen. Im Herzen des Naturparks Pfyn-Finges gelegen, am linken Rhoneufer.

Lange bevor die Politiker auf die Idee kamen, diese wunderschöne Gegend zu schützen, waren wir schon da. Meine Grosseltern mütterlicherseits bewirtschafteten hier schon seit Generationen einen Bauernhof.

Der Rebberg liegt überhöht neben den Rhonelauf. In meiner Kindheit war der Rhonestrand unser zu Hause. Heimlich flüchteten wir von der Sommerhitze des Rebberges ans kühle Nass. Die Arbeit blieb halt etwas liegen. Es gab ein paar blaue Flecken, weil man von den Findlingen der Rhone abrutschte und die eine oder andere Schramme mitnahm. Das eiskalte Wasser der Rhone liess die Schmerzen aber sofort verschwinden.

Im Verlaufe der Zeit wurde ich Eigentümer dieses Rebberges und musste ihn neu anlegen. Inzwischen hatte auch der Kanton Wallis und die Eidgenossenschaft herausgefunden, dass es in den «Milljerä» (so lautet die richtige Bezeichnung dieser Gegend, liebe Marketingmenschen) schön ist.

Mal abgesehen von den Autobahnbauern, die uns diese Region für Kompensationsmassnahmen wegnehmen wollen, kümmert sich der Staat Wallis korrekt um Menschen und Natur in den Milljerä.

Es war für mich eine logische Folge den Rebberg zuerst biologisch und dann biodynamisch zu bearbeiten. Heute bin ich selbst zertifizierter Demeter Weinbauer. Es freut mich zu sehen, dass wir nicht alles falsch gemacht haben: schon zu meiner Kindheit haben wir diesen Rebberg schonend und mit viel Hingabe gepflegt. Es war und ist einfach ein spezieller Ort.

«Forestier», die geschützte Bezeichnung für unseren Wein aus dem Naturpark, hat auch seine Geschichte. Mein Ur-Grossvater war einer der ersten Rebkommissäre des Kantons, mein Grossvater, mein Onkel und mein Cousin waren alle Förster (-> Forestier). Die Verbindung Mensch – Natur liegt uns im Blut.

Immer wenn ich über diesen Wein nachdenke, falle ich in eine freudige Stimmigkeit: Familie, Berufung, die Natur in dieser einmaligen Gegend, Boden, Rebe, Traube, Wein; der Name: ich glaube, das nennt man «Nachhaltigkeit».

Bis bald.

Amédée

Hier die Grossmutter Anna in den Milljerä am arbeiten.

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