Niiws us um Hüüs, Mitteilung 18

Wenn es so weiter geht, werden wir Ende August wimden. Die wunderschön gereiften Trauben kommen in unsere Obhut und wir starten mit ihnen ins neue Weinjahr. Freude herrscht.

Seit bald 100 Jahre dürfen wir das so machen. Viele Erinnerungen prägen meine Gedanken rund um die Traubenernte. Mehr oder weniger mein ganzes Leben bin ich im Herbst an der Traubenannahme gestanden und habe mit den Traubenlieferanten diskutiert und mich mit ihnen über die schönen Trauben gefreut. Eine schöne Zeit.

Vieles hat sich verändert, vieles wird sich noch ändern, einzig das Traubenabschneiden ist gleich geblieben. Sanfte Hände nehmen die Trauben vom Rebstock und legen sie behutsam in eine Traubenkiste. Von da an wurde so einiges geändert.

Für uns der spannendste Moment ist die Definition des Erntebeginns. Vorfreude, Spannung, Angst; es ist ein bisschen wie eine Geburt, die Freude überwiegt.

Früher hat man eine Traubenbeere verköstigt und irgendwie entschieden, dass die Traube nun ernte reif ist, sie wurde abgeschnitten und in die Kellerei gebracht.

Anschliessend gab es eine Phase, wo man die Trauben einfach nur zur Kellerei brachte. Beim Staat hat irgendjemand Lust gehabt zu sagen: «Die Trauben sind reif, jetzt müsst ihr ernten».

Und heute? Analytik, Erntelogistik, Annahme- und Gärkapazitäten und unsere persönliche Erfahrung werden für die Bestimmung des Erntebeginns miteinbezogen. Es ist komplexer geworden.

Wir haben nur einen Moment im Jahr die Trauben zu ernten. Das ganze Weinjahr hängt davon ab. Eigentlich logisch, dass wir diesen Moment mehr gewichten.

Was die ganze Sache noch spannender macht: Es ist kein Jahr wie das andere, Standartprozesse sind nicht anwendbar. Mit dem Ungewissen zu arbeiten ist unsere Aufgabe, der wir uns jedes Jahr gerne und mit Freude stellen.

Wenn Traube und Mensch nicht zueinander finden, gibt es keinen guten Wein.

Ich freue mich auf die Partnerschaft Traube-Mensch im 2020.

Santé und bis bald.

Amédée

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