Önologisch: Von fiesen Tröpfchen und feinen Tropfen.

In unserem Leben dreht sich fast alles um Wein. Wein ist ein Genuss- und für uns gar Grundnahrungsmittel, das uns als Weinfamilie in allen Bereichen berührt. Freizeit und Beruf, da besteht für uns kein Unterschied. Kein Tag, an dem wir nicht damit arbeiten, uns in Gedanken damit befassen oder ein Glas davon vor uns haben. Jeden Tag bearbeiten wir Rebberge und kümmern uns um den daraus gewonnen Saft. Kein Familienfest, kein gemütlicher Moment ohne einen feinen Tropfen (wobei einer im Normalfall nicht reicht …).

Sie merken es an meinen einleitenden Worten: Wein trinkt man nicht allein. Wein ist ein Bote der Geselligkeit, der Gemütlichkeit und somit auch der Menschlichkeit. Als Weinproduzent, als Weinproduzentin ist man nicht dazu bestimmt, allein zu leben, sich allein dem noblen Getränk hinzugeben (höchstens in Ausnahmefällen). Wein wird erst durch die Mitmenschen zum Lebenselixier.

Mit jedem Schluck Wein werden Leben und Freude geteilt. Der Wein ist ein Vermittler guter Gedanken und des Glücks.

Wir verstehen unsere Arbeit auch als Hüter der Humanität. Wir pflegen die Natur und deren durch Rebberge geprägte Kulturlandschaft. Wir schaffen quasi einen Zaubertrank,
der uns das Leben verschönert.

Aktuell wird dieses hohe Gut von einem fiesen Winzling bedroht. Nicht nur, weil er das gesellige Beisammensein verhindert. Wird bei einer Infektion der Geschmackssinn beeinträchtigt, wird auch der Sinn unseres Schaffens in Frage gestellt. Beim Konsumenten. Aber auch beim Produzenten. So sind mir bereits Horrorgeschichten zu Ohren gekommen, bei denen der Kellermeister wegen einer nicht bemerkten Infektion Abfüllungen fehlerhaft vornahm und daher dem Weingeniesser fehlerhafte Weine vorgesetzt wurden.

An schlimmere Krankheitsverläufe und deren Konsequenzen wage ich gar nicht zu denken. Auch in diesem Bereich gilt es, unser höchstes Gut, die Gesundheit, zu schützen und zu fördern.

Der Geschmackssinn ist eines unsere wichtigsten Werkzeuge. Ihn benötigen wir tagtäglich. Aktuell werden wir beim Zurückschneiden der Rebstöcke von der von der Sonne erwärmten Frühlingsluft begleitet, die Blütezeit verwöhnt unsere Nasen. Bei der reifen Traube, beim Most, beim vergorenen und auszubauenden Wein sind Natur- und Weindüfte unser ständiger Begleiter und erfreuen uns. Es kommt nicht von ungefähr, dass das Degustieren seinen Ursprung im Überleben hat. Das Verköstigen, das Probieren war ursprünglich eine lebenswichtige Vorsichtsmassnahme. Behutsam, in kleinen Happen und kleinen Schlucken wagte man sich an ein Lebensmittel heran.

Man kann die Bedeutung des Degustierens nicht genug hervorheben. Jegliche Beeinträchtigung des Geschmackssinns muss verhindert werden. Der Wein ist auch eine Lebensschule, und wir müssen alles daransetzen, unsere Lebens- und Weinqualität zu erhalten. Und das schaffen wir nur zusammen. Der Mensch hat in Krisensituationen immer Lösungen gefunden.

In diesem Zusammenhang verweise ich gerne auf die Möglichkeit, unsere Weine via mathier.ch zu bestellen und von unserem Angebot der virtuellen Degustationen zu profitieren. Wir schicken Ihnen unsere Weine nach Hause und verköstigen sie mit Ihnen in einer persönlich geführten Online-Degustation.

In Zeiten, in denen die Orte des Weingenusses und des Zusammenseins eingeschränkt sind, kann man gar nicht genug auf die Wichtigkeit schöner Momente hinweisen. Wir tun alles, Ihnen diese Momente auch weiterhin zu ermöglichen. Santé.